Katzengespräche – Von Mensch zu Tier. Ein Gastbeitrag von Catherin Seib

Tierkommunikation

Mit ihrem Gastbeitrag „Einzelgänger oder nicht – braucht meine Katze Gesellschaft?“ hat Catherin Seib bereits einen tollen und lesenswerten Artikel verfasst. Im aktuellen Beitrag schildert die Tierkommunikatorin ihre Erfahrungen aus verschiedenen Gesprächen mit Tieren.

Ich spreche mit Tieren. Nein, nicht nur das: Vor Allem spreche ich mit Menschen. Denn sie sind es, die die Fragen haben. Sie sind es, die Hilfe von mir benötigen. Um ihre Tiere wieder besser zu verstehen. Um zu verstehen, dass ihre Tiere sie bereits sehr gut verstehen und sich oftmals auch genau deshalb so verhalten, wie sie es tun.

Meistens spreche ich mit Katzen, Hunden und Pferden. Katzen sind ihren Menschen oft sehr nah. So nah, dass sie alles mitbekommen, was ihren Menschen bewegt und wie es ihm geht. Sie fühlen mit, sorgen sich mit, versuchen zu helfen und manchmal sogar die Verantwortung zu übernehmen, dass ihr Mensch auch auf dem richtigen Weg bleibt.

Hier kommen ein paar Beispiele aus Tiergesprächen, die ich mit Katzen und ihren Menschen geführt habe.


Die fürsorgliche Katze

Einmal rief mich ein Paar an. Sie hatten eine sehr liebe Katze, die sich gern mit ihnen aufhielt, aber auch Freigängerin war. Sie verbrachte tagsüber Stunden im Freien und kam regelmäßig und freudig zurück. Jahrelang brachte sie dabei nichts mit nach Hause. Bis sie eines Tages anfing, Mäuse vor die Haustür zu legen. Das Paar wollte nun wissen, wieso sie damit angefangen hatte. Dass sie es zu schätzen wüssten, dass sie vielleicht Geschenke mitbringen möchte, aber dass das nicht nötig sei.

Ich fragte diese Katze, was es damit auf sich hat und ihre Antwort war: „Ich weiß, dass meine Menschen keine Mausgeschenke brauchen. Sie sind auch nicht für sie. Ich finde das auch eigentlich eklig, tote Mäuse hinzulegen. Bei uns ist alles in Ordnung, wir lieben uns und ich bin gern für sie da. Die Mäuse sind für die Nachbarin. Sie hat gerade ihre Katze verloren und trauert sehr. Ich weiß, dass ihre Katze ihr regelmäßig Mausgeschenke mit nach Hause brachte und dass die Frau sich über diese Geste gefreut hatte. Da ihre Katze das nun nicht mehr kann, übernehme ich die Aufgabe. Ich mag die Frau und möchte, dass es ihr gut geht.“

Das Paar war erstaunt und bestätigte mir, dass die Frau tatsächlich gerade den Verlust ihrer Katze erlebt hatte. Und dass die verstorbene Katze auch tatsächlich sehr gern Mäuse mitbrachte und sie vor die Tür legte. Die Tür wurde von beiden Parteien als Eingang benutzt. Was für eine fürsorgliche Katze.


Die Katze und das Baby

In einem anderen Fall rief mich eine schwangere Frau an, die 4 Katzen Zuhause hatte. Eine davon hatte begonnen, unsauber zu werden. Sie hatte auf einmal Durchfall und verrichtete dieses Geschäft manchmal auf dem Bett. Niemand wusste, wieso. Auf die Nachfrage antwortete sie mir, dass sie in großer Sorge sei. Sie wüsste, dass ihr Mensch schwanger sei und einerseits würde sie sich sehr freuen, andererseits wäre sie aber so besorgt, denn sie weiß, dass Geburten schrecklich schmerzvoll sein können und zum Tod führen können. Sie hat Angst um ihren Menschen. Trotzdem fühlt sie mit ihr, wie schön es werden kann, wenn sie Mutter wird, denn auch sie wäre gern mal Mutter. Hin – und hergerissen von diesen Gefühlen war sie nun so angespannt, dass sie dem ab und zu Ausdruck verleihen musste und dann passierte es ihr, dass sie das Bett als Toilette benutzte.

Ich fragte bei ihr nach, wieso sie solche Ideen über Geburten hat und sie erzählte mir, dass sie selbst vorher mit sehr vielen Katzen zusammen leben musste, die sich unkontrolliert fortpflanzten. Es waren schreckliche Verhältnisse, es war dreckig und viele Katzen hätten das nicht überlebt, besonders die Muttertiere.

Die Frau erzählte dann, dass die Katze tatsächlich aus schlechter Haltung stammte, aus einer Art Katzensammlung, aus der sie gerettet wurde. Sie war traumatisiert und stand nun Ängste aus, dass auch ihr Mensch durch eine Geburt gefährdet sei.

Wir konnten ihr versichern, dass die Frau gut auf sich aufpassen wird, nur die beste Versorgung genießt und auch hinterher alles getan wird, damit es ihr und dem Baby gut geht. Dass auch sie als Katze ihr gern helfen darf, in dem sie ihr nahe ist und Ruhe verbreitet, Liebe schenkt. Dass auch sie mütterliche Gefühle für den Nachwuchs hegen darf.

Nach unserem Tiergespräch war die Katze wieder glücklich und das Bett blieb sauber. Die Geburt verlief reibungslos und auch das Zusammenleben der Katzen mit dem Familienzuwachs bleib problemlos.


Kater trifft jungen Schäferhund

Ein anderer Kater kam neu in ein Zuhause. Eigentlich war er ein gutmütiger, friedfertiger Typ, welcher mit Hunden klar kommen sollte. In diesem Haushalt gab es schon einen Hund: Einen großen, jungen Schäferhund, der Katzen mochte und sich sehr über den Zuwachs freute.

Wenn die beiden sich aber begegneten, dann gab es Chaos. Der Kater erstarrte, der Hund wusste nicht, wohin mit sich und beide kamen jedes Mal verstört aus diesen Begegnungen. Es klappte einfach nicht mit ihnen.

Ich fragte also bei beiden nach und vermittelte. Der Kater sagte, der Hund sei für ihn wie ein riesiger Außerirdischer. So ein Wesen hätte er noch nie gesehen und er wüsste einfach nicht, wie er auf ihn reagieren sollte. Ich erklärte ihm, dass der Hund sich freuen und Katzen kennen würde. Dass er nur ein ganz normaler, liebevoller Hund sei. Etwas groß geraten und noch jung, aber voller gutem Willen. Ich riet ihm, den Hund erst einmal zu ignorieren und zu versuchen, entspannt an ihm vorbei zu gehen und ihm bei Bedarf mal etwas näher zu kommen. Dem Hund riet ich, sich etwas zurück zu halten und dem ängstlichen Kater etwas Raum zu geben, da der sich nicht so sehr auskennen würde mit Schäferhundverhalten.

Sofort nachdem wir aufgelegt hatten, wussten die beiden sich zu nehmen. Von dem Zeitpunkt an verstanden sie sich. Keiner war mehr verstört, sie konnten sich normal im Beisein des anderen verhalten und fingen sogar direkt an, Freundschaft aufzubauen. Heute sind sie die dicksten Kumpels, drinnen wie draußen. Sie kuscheln zusammen und lieben sich. Der Kater hat es sogar geschafft, einen weiteren Schäferhundwelpen in den Kreis seiner Liebsten aufzunehmen.


Jedes Tiergespräch, was ich führe, zeigt mir neue Dimensionen der Zusammengehörigkeit von Allen. Egal ob Katze, Mensch, Meerschwein oder Pferd. Wir alle möchten lieben und geliebt werden. Wir alle sorgen uns, fühlen mit, haben Themen und Ängste. Je mehr wir als Menschen das verstehen und sehen, umso schöner und harmonischer wird unser Leben mit den Tieren.

Catherin Seib – Tierisch Verstehen


Möchten Sie selbst mit Tieren sprechen lernen?
Tierkommunikation ist für jeden erlernbar.
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Weitere Infos und Tipps rund ums Thema Kratzbaum, Katzenhaltung und Tierkommunikation finden Sie in unserem Ratgeber.


Foto oben: Alice Forberg


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